Durch die SIMEP mit… Joachim Zeller.

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Paula Hardt hat Joachim Zeller, Mitglied des Europäischen Parlaments und Abgeordneter der EVP-Fraktion, am Ende seines Besuches der EVP-Fraktion zu seinem Eindruck der SIMEP und seiner Meinung zu dem Subsidiaritätsprinzips interviewt. Aber lest selbst:

Presse: Welchen Eindruck hatten Sie von der politischen Bildung der Schüler?
Zeller: Ich muss sagen, Sie waren sehr gut vorbereitet, die in der Fraktion der EVP gesessen haben, und haben engagiert mitgearbeitet bei der Simulation des Europäischen Parlaments und das stimmt mich natürlich hoffnungsvoll, was den politischen Nachwuchs anbelangt.

Presse: Was gefällt Ihnen an dieser Veranstaltung?
Zeller: Mir gefällt es, dass sich junge Menschen mit dem Schicksal Europas beschäftigen. Dies wird bei uns in den nationalen Nachrichten und Medien jetzt zwar ein bisschen stärker diskutiert, aber nach wie vor befindet sich die Debatte im Hintergrund. Europa ist unsere Vergangenheit. Sie ist aber auch unsere gemeinsame Zukunft und wie sich die Gemeinschaft künftig gestalten wird, entscheiden junge Menschen, die darüber diskutieren. Ich denke das ist ein positives Zeichen für die Zukunft der EU.

Presse: Welche Chancen sehen Sie für die zukünftige Politik durch politische Bildungsangebote wie die SIMEP?
Zeller: Ich hoffe, dass sich politische Bildungsangebote wie die SIMEP nicht nur einmal im Jahr stattfinden, sondern, dass sie sich verstetigen und expandieren. Politische Bildung ist angesichts des Zeitalters, in denen wir über Fake News reden, zunehmend notwendig.

Presse: Warum ist für Sie das Subsidiaritätsprinzip von Bedeutung?
Zeller: Europa hat den Slogan: „Einheit in der Vielfalt“ und natürlich ist es so, dass wir in den unterschiedlichen Ländern unterschiedliche Traditionen und geschichtliche Bezüge haben sowie unterschiedliche Sprachen sprechen. Das ist aber der Reichtum Europas und das, was man vor Ort erledigen kann, dafür brauchen wir kein Europa oder europäische Institutionen. Um das Zusammenleben insgesamt zu organisieren, auch um in einer wandelnden Welt zu bestehen, brauchen wir dann Europa und die europäischen Institutionen. Zusammenfassend finde ich, dass das, was man am besten zu Hause erledigen kann, man auch dort erledigen sollte. Für das Große und Ganze und das Zusammenleben für die Zukunft brauchen wir aber Europa. Das ist Subsidiarität auf der einen Seite und europäische Solidarität auf der anderen Seite.

Presse: Sie schätzen die Entwicklungsarbeit auch in Bezirken. Sind Sie der Meinung, dass das Subsidiaritätsprinzip so funktioniert und wo gibt es Ausbaumaßnahmen?
Zeller: Nun, ich war selber mal im Bezirk tätig und was die Bürgerinnen und Bürger unmittelbar vor der Haustür interessiert, das sollte auch ein Bezirk erledigen können und dürfen und dafür auch die notwendigen Mittel halten. Gerade wir in Berlin und in meinem Bezirk-Mitte haben sehr stark in Zeiten des Umbruchs und des Neuanfangs nach der Überwindung der deutschen Teilung von der europäischen Solidarität und von Europäischen Strukturen partizipieren können. Vieles von dem, was wir erreicht haben und was wir jetzt im Rahmen der Stadtteilarbeit machen ist nur durch europäische Mittel und damit europäische Solidarität möglich.