25. SIMEP am 21. und 22. November 2025

Die 25. Simulation Europäisches Parlament (SIMEP) fand am 21. und 22. November 2025 im Berliner Abgeordnetenhaus statt. Mit insgesamt 172 teilnehmenden Schüler:innen aus Berlin und dem gesamten Bundesgebiet konnte die SIMEP erneut eindrucksvoll zeigen, wie lebendig und praxisnah europäische Politik vermittelt werden kann.

Die Teilnehmer:innen wurden am ersten Veranstaltungstag im Plenarsaal des Abgeordnetenhauses von der Schirmherrin der diesjährigen SIMEP, Cornelia Seibeld, Präsidentin des Berliner Abgeordnetenhauses, begrüßt. In ihrem Grußwort betonte sie die Bedeutung politischer Bildung und rief die jungen Teilnehmenden dazu auf, sich aktiv in demokratische Prozesse einzubringen. Auch Florian Hauer, Staatssekretär für Bundes- und Europaangelegenheiten sowie Internationales der Senatskanzlei Berlin, hob die Relevanz der SIMEP als wichtiges Instrument der Demokratieförderung hervor. Einen besonderen Einblick in aktuelle außenpolitische Fragestellungen bot Elaine Kelley von der US-Botschaft in Berlin, die sich in einer Fragerunde den Fragen der Teilnehmenden zu transatlantischen Beziehungen stellte.

Im Anschluss begann die parlamentarische Arbeit der jungen Abgeordneten. Zunächst setzten sich die Teilnehmenden in Gruppen mit den Grundlagen der Europäischen Union sowie den Perspektiven der Mitgliedstaaten auseinander, bevor sie am Nachmittag in die Fraktionen wechselten. Dort erarbeiteten sie die politischen Positionen ihrer Fraktionen zu den diesjährigen Themen der SIMEP: einer möglichen EU-Verordnung zur Regulierung sozialer Medien sowie einer Entschließung zu den transatlantischen Beziehungen.

Begleitet wurden die Fraktionssitzungen von zahlreichen Gästen aus Politik und Wissenschaft. Zu den Mitwirkenden zählten unter anderem Tiemo Wölken (MdEP, SPD), Janina Böttger (MdB, Die Linke), Björn Wohlert (MdA, CDU), Silke Gebel (MdA, Bündnis 90/Die Grünen), Peter Langer (FDP Berlin), Prof. Dr. Tanja Börzel (Freie Universität Berlin) sowie Max Becker (Stiftung Wissenschaft und Politik). Durch ihre Beiträge erhielten die Teilnehmenden wertvolle Einblicke in parlamentarische Abläufe, politische Entscheidungsprozesse und aktuelle europapolitische Herausforderungen.

Nach der internen Abstimmung in den Fraktionen wurden die Positionen für die Ausschussarbeit vorbereitet. Der erste Simulationstag endete mit einem intensiven Austausch über die unterschiedlichen politischen Ansätze und Strategien.

Der zweite Tag begann mit der Arbeit in den Fachausschüssen. Hier verhandelten die jungen Abgeordneten die eingebrachten Änderungsanträge, suchten Mehrheiten und arbeiteten an tragfähigen Kompromissen. Im Anschluss kehrten sie in ihre Fraktionen zurück, um die Ausschussergebnisse auszuwerten, weitere Änderungsanträge zu formulieren und Bündnisse für die abschließende Plenardebatte zu schmieden.

Am Nachmittag bildete die Plenardebatte den Höhepunkt der Simulation. Nach einleitenden Beiträgen der Fraktionsredner:innen wurden die Ausschussberichte diskutiert, Änderungsanträge eingebracht und schließlich abgestimmt. In den Debatten zeigte sich eindrucksvoll, wie differenziert sich die Teilnehmenden mit den komplexen Fragestellungen auseinandergesetzt hatten.

Im Bereich der Regulierung sozialer Medien sprachen sich die Abgeordneten unter anderem für einen stärkeren Schutz Minderjähriger, verbindliche Altersverifikationssysteme, strengere Datenschutzvorgaben sowie Einschränkungen personalisierter Werbung aus. Zudem wurden Maßnahmen zur stärkeren Regulierung großer Plattformen und zur Förderung europäischer Alternativen diskutiert und beschlossen.

In der Entschließung zu den transatlantischen Beziehungen betonten die Teilnehmenden die strategische Bedeutung der Zusammenarbeit mit den USA, forderten zugleich eine stärkere europäische Resilienz in zentralen Bereichen und positionierten sich klar zu aktuellen sicherheits- und handelspolitischen Herausforderungen. Auch die Unterstützung der Ukraine sowie die Weiterentwicklung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit spielten eine zentrale Rolle.

Die Bandbreite und Tiefe der Debatten verdeutlichten, wie intensiv sich die Teilnehmenden mit den Themen auseinandergesetzt hatten und wie anspruchsvoll es ist, unterschiedliche Interessen in tragfähige politische Kompromisse zu überführen.

Die SIMEP 2025 zeigte einmal mehr, welchen hohen pädagogischen und gesellschaftlichen Mehrwert dieses Format bietet. Die Kombination aus fachlicher Tiefe, interaktiver Methodik und direktem Austausch mit politischen Akteur:innen ermöglicht es jungen Menschen, europäische Politik nicht nur zu verstehen, sondern aktiv zu erleben.

Wir danken dem Abgeordnetenhaus von Berlin für die erneute Kooperation sowie der Senatskanzlei Berlin, der Europa-Union Deutschland und der Europa-Union Berlin für die Förderung. Ein besonderer Dank gilt allen Teilnehmenden, den rund 50 ehrenamtlichen Helfer:innen sowie den zahlreichen Gästen aus Politik und Wissenschaft, die die SIMEP 2025 zu einem vollen Erfolg gemacht haben.