ALLGEMEIN
Die Simulation Europäisches Parlament (SIMEP) bringt jedes Jahr junge Menschen zusammen, um europäische Politik nicht nur kennenzulernen, sondern selbst zu erleben. Über zwei Tage übernehmen die Teilnehmenden die Rolle von Abgeordneten und durchlaufen parlamentarische Prozesse – von der ersten Diskussion bis zur Abstimmung im Plenum.
SIMULATION EUROPÄISCHES PARLAMENT (SIMEP)
Die Simulation Europäisches Parlament (SIMEP) ist ein europapolitisches Planspiel für Schüler. Ziel ist es, politische Prozesse verständlich und erlebbar zu machen und jungen Menschen die Möglichkeit zu geben, Europa aktiv mitzugestalten.
Die Teilnehmenden vertreten Positionen, arbeiten mit anderen Delegierten zusammen und erleben, wie politische Entscheidungen auf europäischer Ebene entstehen.
ABLAUF UND ZIELE DER SIMULATION
Die SIMEP orientiert sich am Ablauf parlamentarischer Entscheidungsprozesse. In Ländergruppen, Fraktionen und Ausschüssen werden Positionen entwickelt und anschließend in der Plenarsitzung diskutiert und abgestimmt.
Dabei stehen nicht nur politische Inhalte im Mittelpunkt, sondern auch Teamarbeit, Kompromissfindung und der Austausch unterschiedlicher Perspektiven.
POLITISCHE PRAXIS UND PARLAMENTSGEBÄUDE
Ein besonderer Teil der SIMEP ist die Durchführung in parlamentarischen Räumlichkeiten. Die Teilnehmenden erleben politische Prozesse dort, wo reale Entscheidungen vorbereitet und diskutiert werden.
So wird europäische Politik nicht abstrakt vermittelt, sondern unmittelbar erfahrbar gemacht.
POLITISCHE DISKUSSION
Die SIMEP lebt vom Austausch unterschiedlicher Meinungen und Perspektiven. Die Teilnehmenden diskutieren aktuelle europäische Herausforderungen, vertreten politische Positionen und lernen, Argumente abzuwägen und Kompromisse zu entwickeln.
Politik wird dabei nicht nur erklärt – sie wird gemeinsam gestaltet.
HÄUFIGE FRAGEN
Die Simulation Europäisches Parlament (SIMEP) wurde 1999 von den Jungen Europäischen Föderalist:innen Berlin-Brandenburg (JEF-BB) ins Leben gerufen und hat seither über 5000 Schüler:innen für Europa begeistern können.
Jedes Jahr erhalten bis zu 400 Jugendliche die einzigartige Gelegenheit, europäische Politik und parlamentarische Abläufe hautnah zu erleben. Für zwei Tage schlüpfen die Teilnehmenden in die Rolle von Europa-Abgeordneten und diskutieren in Fraktionen, Ausschüssen sowie im Plenum über aktuelle kontroverse europapolitische Themen. Es gibt außerdem die Möglichkeit an der SIMEP als Nachwuchsjournalist:in teilzunehmen.
Unterstützt werden sie dabei von verschiedenen Politiker:innen wie Abgeordneten des Europäischen Parlaments, des Deutschen Bundestags und von bekannten Politikwissenschaftlern. Auf vergangenen SIMEPs stellten sich unter anderem Bundestagspräsident a.D. Dr. Wolfgang Schäuble, der Präsident des Europäischen Parlaments a.D. Martin Schulz, der Staatsminister für Europa im Auswärtigen Amt a.D. Michael Roth sowie Mitglieder des Europäischen Parlaments und des Bundestages wie Dr. Katarina Barley und Dr. Sylvia-Yvonne Kaufmann vor.
Für ihr Engagement für ein besseres gegenseitiges Verständnis und eine vertiefte Integration in Europa hat die JEF 2013 den Europäischen Bürgerpreis sowie 2017 den Berliner Europapreis Blauer Bär erhalten.
Es gibt einen Rückblick der bisherigen SIMEP-Ausgaben mit vielen Fotos und Videos, außerdem unseren Pressespiegel.
In den zwei Tagen der SIMEP simulieren die Teilnehmer:innen den Entstehungsprozess parlamentarischer Entscheidungen. Die SIMEP-Abgeordneten werden jeweils einem Herkunftsland und einer Fraktion aus dem Europäischen Parlament zugeordnet. Am ersten Tag werden die Länderpositionen diskutiert und in den jeweiligen Fraktionssitzungen über gemeinsame Positionen entschieden. Am zweiten Tag geht es in die Ausschüsse, um mit anderen Abgeordneten Kompromisse abzuschließen und in der abschließenden Plenarsitzung bei den anderen Fraktionen für ihre Inhalte zu werben. Während den Beratungen werden die jungen Abgeordneten auf Schritt und Tritt von einer kleinen Schüler:innen-Pressegruppe begleitet.
Die SIMEP wird von den Jungen Europäischen Föderalist:innen Berlin-Brandenburg (JEF-BB) organisiert und vom Berliner Senat gefördert.
Durch praktisches Erleben soll jungen Menschen Europapolitik näher gebracht werden und ihnen gleichzeitig vermittelt werden, wie demokratische Prozesse in einem Parlament ablaufen. Es soll verständlich werden, wie vielseitig sich Meinungen in einem geeinten Europa darstellen und wie kompliziert es sein kann, europäische Politik zu gestalten. Das Ziel der JEF ist es, Begeisterung für die Idee der europäischen Integration zu entfachen und gleichzeitig Jugendliche für gegenwärtige und zukünftige Herausforderungen des europäischen Zusammenlebens zu sensibilisieren.
Teilnehmen können Schüler:innen der 10. bis 13. Klasse. Das heißt du solltest zwischen 15 und 19 Jahre alt sein.
Ja – wir freuen uns über jede:n Freiwillige:n. Du solltest mit der Schule fertig sein und offen für die Arbeit mit Jugendlichen sein. Hier findest du weitere Informationen und alles zur Anmeldung.
Nein, die Teilnahme an der SIMEP ist kostenlos. Auch für Verpflegung während der SIMEP ist gesorgt. Bitte hab jedoch Verständnis dafür, dass wir keine Fahrt- und Übernachtungskosten übernehmen können. Das gleiche gilt für Betreuer:innen.
Wenn ihr als Kurs, Teil eines Kurses oder Gruppe von einer Schule teilnehmen möchtet, bitten wir euch, die Anmeldung über eine Lehrkraft laufen zu lassen.
Wir haben ein Dokument mit einigen Übernachtungsmöglichkeiten zusammengestellt. Dieses findet ihr hier.
Denke auf jeden Fall daran, selbst einen Antrag auf Beurlaubung bei der Schulleitung zu stellen! Sollte es trotzdem Probleme geben, melde dich bei uns.
Ja, du bekommst vor Ort eine Teilnahmebestätigung.
Bitte beachten Sie, dass die SIMEP eine Veranstaltung für Schüler:innen ist. Bei der Simulation sollen die Jugendlichen die Möglichkeit bekommen, ohne Notendruck frei untereinander zu diskutieren.
Wenn Sie als Gast einem Teil der SIMEP beiwohnen möchten, sind Sie dazu natürlich herzlich eingeladen. Besonders geeignet ist dafür die abschließende Plenardebatte.
WAS WIRD SIMULIERT
Das Europäische Parlament ist weltweit das einzige Parlament, in dem direkt gewählte Abgeordnete aus vielen verschiedenen Ländern zusammenarbeiten. Diese Besonderheit des Parlaments macht den Alltag in Straßburg und Brüssel zusätzlich spannend – wegen der Sprachen aber auch wegen der landesspezifischen Hintergründe und Erfahrungen, die jede:r Abgeordnete mitbringt.
Nutze die SIMEP und erlebe zwei Tage als Bulgarin, Grieche, Slowake, Französin – alle 27 Mitgliedsstaaten der EU stehen dir offen. Wenn du mehr erfahren willst: die EU hat auf ihrer eigenen Homepage für jedes Land ein Profil mit den wichtigsten Fakten zusammengestellt.
In der Regel schließen sich die Abgeordneten des Europäisches Parlament zu Fraktionen zusammen. Diese sind politische Zusammenschlüsse von Abgeordneten mit ähnlichen politischen Grundüberzeugungen und Programmen. Anders als in nationalen Parlamenten orientieren sich die Fraktionen nicht an der Staatsangehörigkeit, sondern an politischen Positionen, etwa konservativen, sozialdemokratischen, liberalen oder ökologischen.
Derzeit bestehen im Europäischen Parlament folgende Fraktionen:
EVP – Fraktion der Europäischen Volkspartei (Christdemokraten)
Die Fraktion der Europäischen Volkspartei (EVP) ist mit 185 Abgeordneten die größte Fraktion im Europäischen Parlament. Sie vereint vor allem christdemokratische und konservative Parteien. Politisch steht sie für eine marktwirtschaftliche Ordnung, institutionelle Stabilität sowie eine grundsätzlich integrationsfreundliche Haltung gegenüber der Europäischen Union.
Aus Deutschland gehören ihr Abgeordnete von CDU und CSU an.
S&D – Fraktion der Progressiven Allianz der Sozialdemokraten im Europäischen Parlament

Die Fraktion der Progressiven Allianz der Sozialdemokraten im Europäischen Parlament (S&D) umfasst 135 Abgeordnete und ist damit die zweitgrößte Fraktion. Sie vereint sozialdemokratische sowie sozialistische Parteien und setzt sich insbesondere für soziale Gerechtigkeit, Arbeitnehmerrechteund eine stärkere Regulierung von Märkten ein. Zudem befürwortet sie eine vertiefte europäische Integration mit sozialpolitischem Schwerpunkt.
Aus Deutschland gehören ihr Abgeordnete der SPD an.
PfE – Fraktion „Patrioten für Europa“
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Die Fraktion „Patrioten für Europa“ umfasst derzeit 85 Abgeordnete. Sie vereint Parteien aus dem rechtspopulistischen bis rechtsextremen sowie EU-skeptischen Spektrum. Inhaltlich betont sie nationale Souveränität und steht einer weiteren Vertiefung der europäischen Integration überwiegend kritisch gegenüber.
Zu den Mitgliedsparteien zählen unter anderem die ungarische Fidesz sowie das französische Rassemblement National. Deutsche Abgeordnete gehören dieser Fraktion derzeit nicht an.
EKR – Fraktion der Europäischen Konservativen und Reformer
Die Fraktion der Europäischen Konservativen und Reformer (EKR) zählt 81 Abgeordnete. Sie umfasst konservative und nationalkonservative Parteien und vertritt eine stärker zwischenstaatlich ausgerichtete Europäische Union. Eine weitere Vertiefung der Integration wird überwiegend kritisch gesehen, insbesondere in Bereichen wie Finanz- und Migrationspolitik.
Zu den Mitgliedsparteien zählen unter anderem die polnische Partei Prawo i Sprawiedliwość (PiS) sowie die italienische Fratelli d’Italia (FdI). Derzeit gehört kein deutscher Abgeordneter dieser Fraktion an.
Renew Europe – Fraktion Renew Europe

Die Fraktion Renew Europe umfasst 77 Abgeordnete und vereint liberale sowie zentristische Parteien. Sie setzt sich insbesondere für wirtschaftliche Liberalisierung, Innovation und Digitalisierung sowie für Bürgerrechte und Rechtsstaatlichkeit ein. Zugleich vertritt sie eine klar proeuropäische und integrationsfreundliche Position.
Aus Deutschland gehören ihr Abgeordnete der FDP sowie der Freien Wähler an.
Grüne/EFA – Fraktion Die Grünen/Europäische Freie Allianz
Die Fraktion Die Grünen/Europäische Freie Allianz (Grüne/EFA) umfasst 53 Abgeordnete. Sie vereint grüne Parteien mit regionalistischen und autonomistischen politischen Kräften. Inhaltlich stehen insbesondere Umwelt- und Klimaschutz, soziale Gerechtigkeit sowie Demokratie- und Menschenrechtsfragen im Mittelpunkt. Die Fraktion vertritt eine proeuropäische und integrationsfreundliche Position.
Aus Deutschland gehören ihr Abgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen sowie Volt an.
Die Linke – Fraktion Die Linke im Europäischen Parlament (GUE/NGL)

Die Fraktion Die Linke im Europäischen Parlament (GUE/NGL) umfasst 46 Abgeordnete. Sie vereint linke, sozialistische und teilweise kommunistische Parteien. Inhaltlich setzt sie sich insbesondere für soziale Umverteilung, Arbeitnehmerrechte und eine stärkere Regulierung von Märkten ein. In Bezug auf die europäische Integration vertritt sie eine differenzierte, teils kritische Position, insbesondere gegenüber der
Wirtschafts- und Finanzpolitik der Europäischen Union.
Aus Deutschland gehören ihr Abgeordnete der Partei Die Linke an.
ESN – Fraktion „Europa der Souveränen Nationen“
Die Fraktion „Europa der Souveränen Nationen“ umfasst 27 Abgeordnete. Sie
vereint Parteien aus dem rechtspopulistischen bis rechtsextremen Spektrum und vertritt überwiegend stark EU-skeptische Positionen. Inhaltlich betont sie nationale Souveränität und lehnt eine weitere Vertiefung der europäischen Integration weitgehend ab. Teilweise werden auch eine grundlegende Neuausrichtung der Europäischen Union oder die Rückverlagerung zentraler Kompetenzen auf die Mitgliedstaaten gefordert.
Die größte nationale Delegation stellt die AfD.
Fraktionslos (NI – Non-Inscrits)
Neben den Fraktionen gibt es 30 fraktionslose Abgeordnete (Non-Inscrits, NI), die keiner Fraktion angehören. Diese Gruppe ist politisch heterogen und umfasst Abgeordnete mit unterschiedlichen politischen Positionen. Gründe für die Fraktionslosigkeit können politische Differenzen, strategische Entscheidungen oder das Fehlen geeigneter Partner für einen Fraktionsbeitritt sein.
Dazu gehören unter anderem Abgeordnete von Parteien, die keiner bestehenden Fraktion angehören, wie etwa Vertreter des BSW sowie der satirischen Partei Die PARTEI.